Norwegen hat einen neuen König
Nach dem Tod von König Harald V. hat in Oslo sein Sohn als Haakon VIII. den Thron übernommen. Tausende Menschen trauerten vor dem Schloss, während der 53-Jährige noch am Mittag erste Amtsgeschäfte übernahm.
Foto: Wikimedia Commons / Kjetil Ree, CC BY-SA 3.0
Norwegen trauert um Harald V. und blickt gleichzeitig auf einen historischen Machtwechsel: Nach dem Tod des Königs hat sein Sohn den Thron übernommen und regiert nun als Haakon VIII.. Auf dem Schlossplatz in Oslo kamen am ersten Tag der neuen Ära Tausende Menschen zusammen, legten Blumen nieder und gedachten des verstorbenen Monarchen.
Nur wenige Stunden später zeigte sich bereits, wie schnell die Thronfolge in Norwegen greift. Der 53-jährige Haakon VIII. empfing im königlichen Schloss in Oslo die Regierung und legte seinen Wahlspruch fest: „Alt for Norge“ – „Alles für Norwegen“. Diesen Leitspruch hatten bereits sein Vater und sein Grossvater verwendet.
So ist die Nachfolge geregelt
- Mette-Marit (53) ist nun Königin.
- Ingrid Alexandra (22) wird Kronprinzessin und erste Thronfolgerin.
- Prinz Sverre Magnus bleibt in der Thronfolge auf Platz zwei.
- Haralds Witwe trägt künftig den Namen Königin Sonja, jedoch ohne den Zusatz „Ihre Majestät“.
Ganz unbelastet startet das Königshaus aber nicht in diese neue Phase. Marius Borg Høiby (29), der Sohn von Mette-Marit aus einer früheren Beziehung, gehört nicht offiziell zum Königshaus und trägt keinen Titel. Im Juni wurde er nach norwegischem Recht unter anderem wegen zweier Vergewaltigungen zu vier Jahren Haft verurteilt, das Urteil ist jedoch noch nicht rechtskräftig. Auch Mette-Marit selbst stand zuletzt im Fokus: Ihr Name taucht laut SRF mehrfach in den Epstein-Akten auf. Dem norwegischen Fernsehen sagte sie im März, sie wünschte, sie hätte Jeffrey Epstein nie getroffen. Zudem gab es zuletzt Sorgen um ihre Gesundheit, nachdem sie an schwerer Lungenfibrose litt und in diesem Jahr eine neue Lunge erhielt.
Viel Vertrauen in Haakon
Trotz der Debatten rund um Teile der Familie gilt Haakon VIII. bei vielen Norwegerinnen und Norwegern als Hoffnungsträger. Er wird als modern, fit und zukunftsorientiert wahrgenommen und lag in Beliebtheitsumfragen oft nur knapp hinter seinem Vater. Erfahrung bringt er ebenfalls mit: Wegen der gesundheitlichen Probleme Haralds hatte Haakon bereits mehrfach Aufgaben als Regent übernommen. Ausgebildet wurde er an der norwegischen Marineakademie, später studierte er Politik- und Entwicklungswissenschaften in Kalifornien und London. Bekannt ist er zudem für sein Engagement bei Gleichberechtigung, klimafreundlichen Technologien und Armutsbekämpfung.
Quelle: SRF