Schwere Angriffe auf Niamey
In Niger haben Angreifer laut Militärangaben den internationalen Flughafen und das staatliche Fernsehen in der Hauptstadt Niamey besetzt. Der Präsidentenpalast soll vorerst von Sicherheitskräften gehalten worden sein.
Im westafrikanischen Niger ist es in der Nacht auf Samstag zu schweren Kämpfen in der Hauptstadt Niamey gekommen. Nach Angaben eines ranghohen Militärvertreters nahmen Angreifer den internationalen Flughafen sowie das Gebäude des staatlichen Fernsehens ein. Der Präsidentenpalast konnte demnach zunächst von nationalen Sicherheitskräften verteidigt werden.
Augenzeugen berichteten von Schüssen und Explosionen, die in der Nacht zu hören gewesen seien. Besonders heftig umkämpft waren laut Berichten das Umfeld des Präsidentensitzes und des Flughafens. Ein dpa-Reporter vor Ort schilderte, dass die Unruhen gegen 1.00 Uhr Ortszeit begonnen und rund sechs Stunden angedauert hätten. Wer hinter den Angriffen steckt und was sie ausgelöst hat, war zunächst unklar.
Präsidentenpalast unter Beschuss
Nach Darstellung von Hamid Amadou N’gade, früherer Kommunikationsberater des 2023 gestürzten Präsidenten Mohamed Bazoum, wurde der Präsidentenpalast schwer mit Mörsern beschossen. Auch rund um den Flughafen habe es massive Gefechte gegeben. In mehreren Stadtteilen von Niamey fiel demnach zeitweise der Strom aus.
Aus dem politischen Umfeld hieß es zudem, dass die Angreifer vor allem die Militärbasis am Flughafen ins Visier genommen hätten. Dort sind laut Bericht unter anderem russische Söldner sowie von der Türkei angeschaffte Drohnen stationiert.
Dritter Vorfall in diesem Jahr
Der Flughafen war bereits mehrfach Ziel ähnlicher Attacken. Schon im Jänner und Mitte Juni hatte es in Niamey vergleichbare Angriffe gegeben, bei denen ebenfalls Regierungsgebäude und der Flughafen betroffen waren.
- Niger hat rund 28 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner.
- Im Juli 2023 riss das Militär die Macht an sich.
- General Abdourahamane Tiani wurde ohne Wahlen bis mindestens 2030 zum Präsidenten erklärt.
Das Land zählt zu den ärmsten Staaten der Welt und ist seit dem Putsch politisch stark unter Druck. Die aktuelle Lage in Niamey blieb zunächst unübersichtlich.
Quelle: ORF