Tusk schlägt NATO-Alarm
Polens Regierungschef Donald Tusk warnt nach einem Gespräch mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte vor einer weiteren Eskalation durch Russland. Die kommenden sechs Monate seien entscheidend, auch Provokationen gegen NATO-Staaten seien nicht auszuschließen.
Donald Tusk sieht die Sicherheitslage in Europa mit wachsender Sorge. Polens Regierungschef warnte am Samstag nach einem Gespräch mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte, dass Russland den Krieg gegen die Ukraine weiter ausdehnen und dabei auch das Bündnis unter Druck setzen könnte. Aus seiner Sicht nimmt die Eskalation von russischer Seite zu.
Besonders brisant ist Tusks Hinweis auf den nahen Zeithorizont: Die kommenden sechs Monate seien entscheidend. Nach seiner Einschätzung kann derzeit nicht ausgeschlossen werden, dass es zu russischen Provokationen gegenüber einem Mitglied der NATO kommt. Damit rückt er die Sorge in den Mittelpunkt, dass der Krieg über die Ukraine hinaus politische und militärische Spannungen verschärfen könnte.
Spekulationen nach Moskau-Besuch
Neue Aufmerksamkeit bekam das Thema bereits in dieser Woche durch eine Reise von CIA-Chef John Ratcliffe nach Moskau. Der Besuch löste international Spekulationen aus. In US-Medien wurde berichtet, Ratcliffe habe Russland vor einem Angriff auf einen NATO-Staat gewarnt. Der Kreml wies diese Darstellung allerdings zurück und dementierte die Berichte.
- Tusk warnt vor wachsender Eskalation durch Russland
- Er hält Provokationen gegen NATO-Mitglieder für möglich
- Ein Moskau-Besuch des CIA-Chefs sorgte zusätzlich für Spekulationen
Polen fühlt sich bedroht
Für Polen ist die Entwicklung besonders sensibel. Das Land zählt zu den wichtigsten politischen und militärischen Unterstützern der von Russland angegriffenen Ukraine. Gleichzeitig sieht sich Warschau selbst durch Moskau bedroht und treibt deshalb seine Aufrüstung voran. Tusks Warnung zeigt damit auch, wie angespannt die Lage an der Ostflanke des Bündnisses derzeit eingeschätzt wird.
Quelle: ORF