Mehrheit sagt Nein zur Initiative
In der Schweiz hätte die Neutralitätsinitiative Anfang August laut erster SRG-Umfrage keine Mehrheit gefunden. 54 Prozent würden dagegen stimmen, 42 Prozent dafür.
Die Neutralitätsinitiative startet mit Gegenwind in den Abstimmungskampf: Laut der ersten SRG-Umfrage hätten Anfang August 54 Prozent der Stimmberechtigten ein Nein eingelegt, während 42 Prozent die Vorlage unterstützt hätten. Damit beginnt das Ja-Lager laut GFS Bern klar aus der Defensive. Über die Initiative wird am 27. September 2026 abgestimmt.
Worum es bei der Vorlage geht
Die Volksinitiative zur Wahrung der schweizerischen Neutralität will den Begriff der Neutralität deutlich strenger in der Bundesverfassung verankern. Im Kern zielt sie auf ein weitgehendes Verbot von Wirtschaftssanktionen und auf klare Grenzen bei militärischen Bündnissen.
- Die Schweiz dürfte grundsätzlich nur noch Sanktionen mittragen, die vom UNO-Sicherheitsrat beschlossen wurden.
- Ein Beitritt zu Militär- oder Verteidigungsbündnissen wäre ausgeschlossen.
- Eine Zusammenarbeit mit solchen Bündnissen wäre nur noch bei einem direkten Angriff oder bei einer unmittelbar drohenden Attacke erlaubt.
Die Initiative wurde vom Verein Pro Schweiz und von verschiedenen SVP-Exponenten lanciert. Bundesrat und Parlament empfehlen ein Nein. Rund sieben Wochen vor dem Urnengang wirkt das Meinungsbild bereits erstaunlich stabil: Nur 23 Prozent haben noch keine feste Stimmabsicht, vier Prozent haben sich noch gar keine Meinung gebildet.
SVP-Basis klar dafür, Ältere eher dagegen
Besonders stark ist die Unterstützung in der SVP-Wählerschaft: 86 Prozent wollen dort Ja stimmen. Bei der Mitte liegt der Ja-Anteil bei 22 Prozent, bei der FDP bei 31 Prozent. Noch deutlicher fällt die Ablehnung bei GLP, SP und Grünen aus. Auffällig ist laut Umfrage auch der Blick auf Alter und Bildung: Ältere Stimmberechtigte, vor allem Generationen mit Erfahrung aus der Zeit des Kalten Kriegs, stehen der Initiative kritischer gegenüber als Jüngere. Zudem gilt: Je höher der Bildungsstand, desto häufiger überwiegt das Nein.
Auch regional zeigt sich ein Vorsprung für das Nein-Lager – mit einer Ausnahme: In der italienischsprachigen Schweiz unterstützen 55 Prozent die Vorlage. In der Romandie ist der Zuspruch mit 43 Prozent ebenfalls etwas höher als in der Deutschschweiz.
Quelle: SRF