Linke unter Druck im Osten
Die Linke stellt in Berlin ihr Programm für die Wahl in Sachsen-Anhalt vor. Für Spitzenkandidatin Eva von Angern und die neue Parteispitze gilt der Urnengang als wichtiger Test, obwohl die Partei in Umfragen bei 13 Prozent liegt.
Foto: Wikimedia Commons / Steffen Prößdorf, CC BY-SA 4.0
Für die Linke wird die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zum politischen Härtetest. Am Montag präsentiert die Partei in Berlin ihr Konzept für ein „zukunftsfestes Sachsen-Anhalt“ – und macht damit klar, dass die Abstimmung weit über das Bundesland hinaus Bedeutung hat. Es ist die erste größere Wahl seit dem überraschend guten Abschneiden der Partei bei der Bundestagswahl und zugleich die erste echte Bewährungsprobe für das neue Führungsduo Ines Schwerdtner und Luigi Pantisano.
Programm mit klarer sozialer Handschrift
Inhaltlich setzt die Linke auf einen stärker ausgebauten Sozialstaat und mehr öffentliche Daseinsvorsorge. Zu den Schwerpunkten gehören nach dem vorab bekannten Papier unter anderem:
- mehr Personal an Schulen und Kitas
- bessere medizinische Versorgung auch auf dem Land
- mehr Einfluss von Beschäftigten auf Unternehmen
Die Partei zeichnet damit das Bild eines gerechteren und familienfreundlicheren Landes. Gerade in Sachsen-Anhalt ist der Einsatz hoch: Die Linke beziehungsweise zuvor die PDS sitzt dort seit der Wiedervereinigung stets im Landtag – und immer mit zweistelligen Ergebnissen. Ihr bestes Resultat erreichte sie 2006 mit 24,1 Prozent, ihr schwächstes vor fünf Jahren mit 11 Prozent.
Trotz Promi-Hilfe kein Selbstläufer
Aktuell liegt die Linke in Umfragen bei 13 Prozent. Das wirkt auf den ersten Blick stabil, reicht der Partei aber nicht. Denn die Regierungsparteien CDU, SPD und FDP haben zusammen deutlich an Zustimmung verloren, ohne dass die Linke davon stark profitieren konnte. Nach Einschätzung aus dem Bericht gewinnt davon vor allem die AfD.
Spitzenkandidatin Eva von Angern ist fast täglich im Wahlkampf unterwegs und bekommt Unterstützung aus der Bundespartei, etwa von Heidi Reichinnek, Ines Schwerdtner sowie Gregor Gysi, Dietmar Bartsch und Bodo Ramelow. Doch aus Berlin kam nicht nur Hilfe: Parteichef Pantisano sorgte mit einem umstrittenen Interview auch für Gegenwind. Genau deshalb wird die Wahl in Sachsen-Anhalt für die Linke nun zum Lackmustest – für ihre Führung, ihre Strategie und ihre Zugkraft im Osten.
Quelle: Tagesschau