Himalaya-Flut: Über 500 Tote
Nach der Sturzflut im Himalaya sind in Nepal und Tibet mindestens 543 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 1.400 Menschen werden vermisst, eine deutsche Familie wurde in Nepal per Hubschrauber gerettet.
Die Bilanz der verheerenden Sturzflut im Himalaya wird immer schlimmer: In Nepal und Tibet wurden inzwischen mindestens 543 Tote gemeldet. Allein der nepalesische Katastrophenschutz bestätigte 538 Opfer, aus der autonomen Region Tibet kamen laut chinesischen Staatsmedien fünf weitere Todesfälle hinzu. Besonders dramatisch: mehr als 1.400 Menschen gelten weiterhin als vermisst.
Rettung unter schwierigen Bedingungen
Die Such- und Bergungsarbeiten mussten in Teilen des Grenzgebiets zeitweise ausgesetzt werden. Grund war die Gefahr neuer Flutwellen, nachdem sich hinter Schlamm- und Geröllmassen Seen aufgestaut hatten. Auch im nepalesischen Katastrophengebiet Rasuwa wurden Einsätze laut Armee vorübergehend gestoppt. Zwischenzeitlich sorgte ein über die Ufer tretender See für Angst in der Bevölkerung, inzwischen sehen die Behörden die Lage dort aber wieder unter Kontrolle.
Ein Lichtblick kommt aus Nepal: Eine vierköpfige deutsche Familie konnte gerettet werden. Sie war nach einer Trekking-Tour in Trishuli Bazar, als die Wassermassen eintrafen. Nach Angaben des Familienvaters aus dem Berchtesgadener Land rettete wohl eine kurzfristige Änderung der Reisepläne ihr Leben. Die Familie wurde gemeinsam mit weiteren Geretteten per Hubschrauber in ein Militärcamp gebracht.
Viele Vermisste, tausende Betroffene
Nach Angaben des Auswärtigen Amts befindet sich auch eine niedrige zweistellige Zahl deutscher Staatsangehöriger unter den Vermissten. Aus dem Umfeld des nepalesischen Tourismusministeriums hieß es außerdem, dass insgesamt 117 ausländische Touristen in Sicherheit gebracht wurden.
- Bestätigte Todesopfer: 543
- Vermisste: mehr als 1.400
- Betroffene insgesamt laut IFRK: mindestens 93.000 Menschen
Die humanitären Folgen der Katastrophe sind enorm. Die Internationale Rotkreuz-Föderation geht davon aus, dass mindestens 93.000 Menschen betroffen sind. Dazu zählen nicht nur Verletzte, sondern auch viele Bewohner zerstörter Häuser. Besonders alarmierend: Rund 17.000 Kinder brauchen Hilfe.
Quelle: Tagesschau