Himalaya-Flut reißt Hunderte in den Tod
Nach der Sturzflut im Himalaya sind in der Grenzregion zwischen China und Nepal bereits mehr als 360 Tote geborgen worden. Über 1.300 Menschen gelten weiter als vermisst, während Rettungskräfte vor einer weiteren Flutwelle warnen.
Nach der verheerenden Sturzflut im Himalaya steigt die Zahl der Opfer weiter. In der Gebirgsregion zwischen China und Nepal wurden nach Angaben der nepalesischen Polizei bereits mehr als 360 Tote geborgen. Gleichzeitig werden noch über 1.300 Menschen vermisst, darunter viele Ausländer. Auch zu acht Deutschen gibt es demnach weiterhin keinen Kontakt.
Ganze Orte von der Flut ausgelöscht
Die Flutwelle war laut Bericht am Mittwoch vermutlich nach einem Gletscherabbruch entstanden und raste fast 170 Kilometer weit entlang zweier Flüsse durch Nepal. Dabei wurden ganze Dörfer und Ortschaften mitgerissen. Videoaufnahmen zeigen eine massive braune Front aus Wasser, Schlamm und Geröll, die auf Häuser zurollt, während Bewohner in letzter Sekunde fliehen.
Überlebende schildern die Lage als apokalyptisch. Ein 68-Jähriger berichtete, ein gewaltiger Schwall aus Schlamm habe ihn und seine Frau überrascht. Ein aus der überschwemmten Stadt Timure geretteter Zollbeamter sagte, große Teile des Ortes seien zerstört, ein Großteil der Bewohner sei ums Leben gekommen. Auch aus der Luft zeigt sich laut Helfern ein Bild völliger Verwüstung.
Rettung läuft – neue Gefahr droht
Im Katastrophengebiet sind mehr als 5.000 Einsatzkräfte von Armee und Polizei unterwegs. Die Suche nach Überlebenden wird jedoch massiv erschwert: Straßen sind durch Schlamm unpassierbar, Kommunikationsverbindungen teils unterbrochen. Viele Leichen wurden kilometerweit flussabwärts bis an die Grenze zu Indien getrieben. Die Behörden gehen deshalb davon aus, dass die Zahl der Toten noch steigen dürfte.
- Mehr als 5.000 Rettungskräfte im Einsatz
- Viele Opfer wurden bis Richtung Indien mitgerissen
- Ein angestauter See oberhalb des Gebiets könnte überlaufen
Besonders beunruhigend: Chinesische Behörden warnen bereits vor einer weiteren Flutwelle. Oberhalb des Katastrophengebiets hat sich ein See mit rund zwei Millionen Kubikmetern Wasser gebildet. Weil zusätzlich Regen erwartet wird und Flussläufe durch Geröll blockiert sind, fürchten Experten neue Überschwemmungen in der ohnehin schwer getroffenen Region.
Quelle: Tagesschau