EU legt Milliarden für Kiew nach
Die EU hat der Ukraine am Unabhängigkeitstag weitere 6,1 Milliarden Euro für Luftabwehr, Raketen und Munition freigegeben. Parallel meldeten beide Seiten neue Angriffe im Schwarzen Meer und auf russische Logistikzentren.
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Die Europäische Union hat der Ukraine am Nationalfeiertag neue Militärhilfen in Höhe von 6,1 Milliarden Euro bewilligt. Nach Angaben der EU-Kommission soll das Geld unter anderem in Luftabwehrsysteme, Raketen, Munition und Radaranlagen fließen. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen begründete den Schritt mit den anhaltend starken russischen Angriffen auf das Land.
Brüssel verweist dabei auf eine deutliche Zuspitzung der Lage: Allein im Juli seien bislang 376 russische Raketenangriffe registriert worden. Die jetzt freigegebene Summe ist Teil eines deutlich größeren Unterstützungsdarlehens von bis zu 90 Milliarden Euro. Davon sind 60 Milliarden für militärische Hilfe vorgesehen. Schon zuvor waren Beschaffungspläne im Umfang von rund 16 Milliarden Euro genehmigt worden, etwa 8,5 Milliarden davon wurden nach EU-Angaben bereits ausgezahlt.
Großteil der Bestellungen in der EU
Ein erheblicher Teil der Waffen und Ausrüstung soll bei Rüstungsfirmen innerhalb der Europäischen Union beschafft werden. Die Freigabe fällt auf den 24. August, an dem die Ukraine an ihre Unabhängigkeitserklärung von 1991 erinnert. In diesem Jahr begeht das Land den 35. Jahrestag seiner Unabhängigkeit – erneut überschattet vom russischen Angriffskrieg, der im Februar 2022 begann.
- Neue Tranche: 6,1 Milliarden Euro
- Verwendungszwecke: Luftabwehr, Raketen, Munition, Radaranlagen
- Rahmenprogramm: bis zu 90 Milliarden Euro
Neue Angriffe auf beiden Seiten
Während die EU ihre Unterstützung ausweitet, gingen die Kämpfe weiter. Das ukrainische Militär meldete in der Nacht Treffer gegen ein russisches Kampfflugzeug vom Typ MiG-29 sowie zwei Schiffe im Schwarzen Meer. Laut dem Kommandeur der ukrainischen Drohnenstreitkräfte handelte es sich um einen Tanker und einen Massengutfrachter.
Auch aus dem Süden Russlands wurden neue ukrainische Drohnenangriffe gemeldet. Der Onlinehändler Ozon berichtete von einem Feuer in einem Logistikzentrum in Machatschkala, mehrere Menschen seien verletzt worden, aber nicht in Lebensgefahr. Zudem wurden Lager in Adygeysk und Newinnomyssk vorsorglich geräumt. Bereits zuvor war nach einem Drohnenangriff in einem Ozon-Zentrum im Gebiet Krasnodar ein großes Feuer ausgebrochen. Das ukrainische Verteidigungsministerium hatte Angriffe auf Ozon angekündigt; zuvor waren laut Kyjiw bereits große Logistikzentren des Konkurrenten Wildberries attackiert worden.
Quelle: DW Deutsch