Bronzezeit-Schatz aus Museum weg
Im spanischen Villena ist ein bedeutender Schatz der europäischen Bronzezeit aus einem Museum gestohlen worden. Unbekannte entwendeten am frühen Morgen den Großteil der Sammlung mit fast zehn Kilo Gold.
Spektakulärer Kunstdiebstahl in Villena: Aus dem örtlichen Museum ist am frühen Donnerstagmorgen der sogenannte Schatz von Villena verschwunden. Nach bisherigen Angaben drangen Unbekannte über ein gewaltsam geöffnetes Fenster in das Museo de Villena ein und waren nur wenige Minuten im Gebäude. Danach fehlte der Großteil einer der wichtigsten prähistorischen Sammlungen Spaniens.
Bei dem Fund handelt es sich um eine außergewöhnliche Gruppe von insgesamt 59 Objekten aus Gold, Silber, Eisen und Bernstein. Allein die Goldstücke bringen demnach fast zehn Kilo auf die Waage. Laut Bürgermeister wurden nur wenige Teile zurückgelassen, der größte Teil der Sammlung sei gestohlen worden.
Warum der Fund so besonders ist
Für Archäologen geht der Wert weit über das Material hinaus. Der Schatz zählt zu den bedeutendsten Zeugnissen prähistorischer Goldschmiedekunst in Europa. Einige Stücke werden auf etwa 1.000 vor Christus datiert und gelten als wichtige Quelle für die Erforschung von Gesellschaft, Handelsbeziehungen und Handwerk auf der Iberischen Halbinsel in der Bronzezeit.
- 11 goldene Schalen
- 28 Armreife
- weitere Gefäße und Objekte aus mehreren Materialien
Entdeckt wurde der Schatz bereits 1963 bei Bauarbeiten in der Kleinstadt. Seitdem galt die Sammlung als kulturhistorisch kaum zu ersetzen. Genau deshalb wiegt der Verlust aus Sicht der Forschung besonders schwer: Selbst wenn einzelne Stücke materiell beziffert werden können, bleibt ihr wissenschaftlicher Wert einzigartig.
Ermittler prüfen gezielte Auftragstat
Nach Angaben der Polizei gingen die Täter sehr zielgerichtet vor. Sie steuerten offenbar direkt die historischen Exponate an und verließen das Museum kurz darauf wieder. Spanische Medien berichten deshalb, dass die Ermittler auch prüfen, ob eine auf Kunstdiebstähle spezialisierte Bande hinter der Tat steckt und der Einbruch möglicherweise gezielt in Auftrag gegeben wurde.
Quelle: Tagesschau