Kim baut Armee-Spitze um
In Nordkorea hat Machthaber Kim Jong Un Verteidigungsminister No Kwang Chol abgesetzt. Laut Staatsagentur KCNA wurde zugleich die Militärführung umgebaut, neuer Minister ist Kim Song Gi.
Foto: Wikimedia Commons / Alexei Nikolsky, The Presidential Press and Information Offi, CC BY 4.0
In Nordkorea hat Machthaber Kim Jong Un die Spitze des Militärs neu aufgestellt. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA wurde Verteidigungsminister No Kwang Chol entlassen. Bei einer von Kim geleiteten Sitzung seien zudem Pläne für eine strukturelle Neuordnung der Militärführung beschlossen worden.
No verliert dabei nicht nur sein Ministeramt. Laut KCNA wurde er auch innerhalb der Arbeiterpartei zurückgestuft und soll nun als Vizedirektor in der Abteilung für Rüstungsindustrie arbeiten. Zum neuen Verteidigungsminister rückt dem Bericht zufolge Kim Song Gi auf, der bisher das Generalpolitbüro der Koreanischen Volksarmee leitete.
Umbau in heikler Lage
Die Personalrochade kommt in einer angespannten außenpolitischen Phase. Nordkorea steht wegen seines Atomwaffenprogramms weiter unter internationalen Sanktionen. Gleichzeitig hat das Land seine Beziehungen zu Russland in den vergangenen Jahren ausgebaut und Südkorea zuletzt als seinen feindlichsten Gegner bezeichnet.
- Verteidigungsminister No Kwang Chol abgesetzt
- Kim Song Gi übernimmt das Ministeramt
- Weitere Beförderungen in der Militärführung gemeldet
Offiziell befinden sich Nord- und Südkorea noch immer im Kriegszustand, weil der Koreakrieg 1953 nur mit einem Waffenstillstand endete. Vor diesem Hintergrund wird jede Veränderung an der Militärspitze in Pjöngjang besonders genau beobachtet.
Blick auf mögliche Gespräche
Parallel dazu sorgt auch die Diplomatie für Bewegung. US-Präsident Donald Trump hatte zuletzt Südkorea scharf kritisiert, weil sich Seoul nicht am US-Krieg gegen Iran beteiligen wollte. Zugleich betonte Trump seine gute Beziehung zu Kim und stellte ein mögliches Treffen noch in diesem Jahr in Aussicht. Als möglicher Termin gilt ein Zusammenkommen rund um das Apec-Treffen im chinesischen Shenzhen im November. Ob Nordkorea auf diese Annäherung eingeht, bleibt aber offen.
Quelle: spiegel






