Junta in Niger stoppt Meuterei
In Niger hat die Militärjunta einen Aufstand von Soldaten in der Hauptstadt Niamey nach wenigen Stunden beendet. Laut Angaben aus Sicherheitskreisen half dabei auch das russische Africa Corps mit Luft- und Bodenunterstützung.
Foto: Wikimedia Commons / Sule Barma, Public domain
In Niger hat die Militärjunta einen neuen Aufstand aus den eigenen Reihen niedergeschlagen. In der Hauptstadt Niamey kam es in der Nacht zum Samstag und am Morgen zu Angriffen auf den Präsidentenpalast und weitere wichtige Ziele. Nach Gefechten in mehreren Stadtvierteln brachte die Präsidentengarde am Samstagabend einen zentralen Militärstützpunkt wieder unter ihre Kontrolle. Das Staatsfernsehen berichtete von Toten und Verletzten.
Russische Hilfe für die Junta
Nach Angaben aus Sicherheitskreisen blieb die Präsidialgarde Militärmachthaber Abdourahmane Tiani treu und verhinderte ein Eindringen in den Präsidentenpalast. Später wurde demnach auch der wichtige Stützpunkt 101 am Flughafen von Niamey zurückerobert. Der russische Botschafter in Niger erklärte, die Führung des Landes habe das Africa Corps, eine paramilitärische russische Einheit, um Unterstützung gebeten. Analysten und Diplomaten zufolge half die Truppe aus der Luft und am Boden dabei, die Meuterei zu beenden.
Unklar bleibt bislang, was die aufständischen Soldaten genau erreichen wollten. Zwischenzeitlich sollen sie drei Militärstützpunkte kontrolliert haben. Laut Berichten handelte es sich vor allem um junge Soldaten. Als möglicher Hintergrund gilt Unmut über die zunehmende Gewalt militanter Gruppen im Land, die unter der Militärregierung weiter eskaliert ist.
Bruch mit dem Westen seit dem Putsch
Niger wird seit dem Umsturz vom 26. Juli 2023 von Militärs regiert. Damals wurde der demokratisch gewählte Präsident Mohamed Bazoum gestürzt. Er wird seither im Präsidentenpalast in Niamey festgehalten. Seit der Machtübernahme hat sich die Führung in dem westafrikanischen Staat von Frankreich und anderen westlichen Partnern entfernt und die Beziehungen zu Russland ausgebaut.
- Angriffe auf Präsidentenpalast und weitere Ziele in Niamey
- Präsidentengarde und Junta setzen sich durch
- Russisches Africa Corps leistet laut Berichten Unterstützung
- Tote und Verletzte wurden vom Staatsfernsehen gemeldet
Quelle: Tagesschau






