Anzeige
Politik

Island sagt Nein zur EU

30. August 2026
Island sagt Nein zur EU

Island hat sich in einem Referendum knapp gegen neue EU-Beitrittsverhandlungen entschieden. Nach der Auszählung entfielen 52,8 Prozent auf das Nein-Lager, 47,2 Prozent stimmten dafür.

Die Menschen in Island haben eine Rückkehr an den EU-Verhandlungstisch abgelehnt. Beim Referendum sprach sich eine knappe Mehrheit von 52,8 Prozent gegen die Wiederaufnahme der Beitrittsgespräche aus, 47,2 Prozent votierten dafür. Damit setzte sich das Nein-Lager mit einem Vorsprung von rund 12.000 Stimmen durch.

Zur Abstimmung aufgerufen waren gut 270.000 Bürgerinnen und Bürger. Nach Angaben des isländischen Fernsehens hatte bereits etwa ein Fünftel der Wahlberechtigten vor dem eigentlichen Abstimmungstag seine Stimme abgegeben. Das Ergebnis ist politisch brisant, weil die Debatte über ein mögliches EU-Mitgliedschaftsverfahren das Land schon seit Jahrzehnten begleitet.

Anzeige

Kurs der Regierung gestoppt

Regierungschefin Kristrún Frostadóttir hatte vor der Abstimmung angekündigt, das Votum zu respektieren. Sie hatte sich von neuen Gesprächen mit der EU auch mehr Sicherheit für das Land erhofft. Island hatte schon während der Finanzkrise 2009 einen Antrag auf EU-Mitgliedschaft gestellt. Nach der Parlamentswahl 2013 wurden die Pläne dann von einer EU-skeptischen Regierung eingefroren.

Sicherheit und Fischerei im Fokus

Zuletzt war die Diskussion wieder in Bewegung geraten. Genannt wurden dabei mehrere Faktoren:

Gerade der Konflikt um Grönland hatte in Island für Unruhe gesorgt. Das Land ist Gründungsmitglied der NATO, besitzt aber keine eigene Armee und hat seit 1951 ein bilaterales Verteidigungsabkommen mit den USA. Gegner neuer EU-Gespräche argumentierten, dass diese Sicherheitsstruktur ausreiche. Besonders groß blieb die Skepsis zudem im wichtigen Fischereisektor, wo viele einen Verlust der Kontrolle über die eigenen Ressourcen fürchten.

Quelle: Tagesschau

Mehr aus Politik

Klingbeil drängt auf Kriegsende
Politik30. August 2026

Klingbeil drängt auf Kriegsende

Finanzminister Lars Klingbeil reist zum G20-Treffen in Asheville in die USA. Dort fordert er ein Ende des Iran-Kriegs und warnt vor den weltweiten Folgen für Handel, Energiepreise und Staatsfinanzen.

Kim baut Armee-Spitze um
Politik30. August 2026

Kim baut Armee-Spitze um

In Nordkorea hat Machthaber Kim Jong Un Verteidigungsminister No Kwang Chol abgesetzt. Laut Staatsagentur KCNA wurde zugleich die Militärführung umgebaut, neuer Minister ist Kim Song Gi.

Junta in Niger stoppt Meuterei
Politik30. August 2026

Junta in Niger stoppt Meuterei

In Niger hat die Militärjunta einen Aufstand von Soldaten in der Hauptstadt Niamey nach wenigen Stunden beendet. Laut Angaben aus Sicherheitskreisen half dabei auch das russische Africa Corps mit Luft- und Bodenunterstützung.

37 Tote nach Attacke bei Kiew
Politik30. August 2026

37 Tote nach Attacke bei Kiew

Nach einem russischen Angriff nahe Kiew mit 37 Toten räumt die Ukraine mögliche eigene Fehler ein. Präsident Selenskyj spricht von Fahrlässigkeit, weil offenbar Munition zu nah an Wohnhäusern gelagert wurde.

Hagel-Chaos am Bodensee
Politik29. August 2026

Hagel-Chaos am Bodensee

Heftige Unwetter haben rund um den Bodensee massive Schäden angerichtet. In Singen wurden laut Feuerwehr etwa 190 Häuser beschädigt, in der Schweiz verletzte Hagel im Kanton Zürich rund 40 Menschen.

Himalaya-Flut fordert Hunderte
Politik29. August 2026

Himalaya-Flut fordert Hunderte

Nach der Sturzflut im Himalaya-Grenzgebiet von Nepal und China sind mehr als 670 Menschen ums Leben gekommen. Rund 3000 weitere werden vermisst, während Rettungskräfte vor einer möglichen zweiten Flutwelle warnen.

Anzeige