400 Schiffe sitzen weiter fest
Im Persischen Golf kommen wegen des Iran-Kriegs weiter rund 400 Schiffe mit etwa 6.000 Seeleuten nicht heraus. Die IMO meldet zudem 70 verifizierte Angriffe auf internationale Schiffe seit Kriegsbeginn.
Auch ein halbes Jahr nach Beginn des Iran-Kriegs ist der Schiffsverkehr im Persischen Golf massiv gestört. Nach Angaben der Weltschifffahrtsorganisation IMO können noch immer rund 400 Schiffe die Region nicht verlassen. An Bord seien etwa 6.000 Seeleute, die weiter in der Krisenzone festsitzen.
Sicherheitslage bleibt extrem angespannt
IMO-Generalsekretär Arsenio Dominguez verwies auf die anhaltend schlechte Lage auf See. Nach Angaben der Organisation wurden seit Kriegsbeginn 70 Angriffe auf internationale Schiffe im Persischen Golf überprüft und bestätigt. Dabei kamen demnach 19 Seeleute ums Leben. Für die Schifffahrt in der Region bleibt das Risiko damit hoch.
Im Zentrum des Konflikts steht weiter die Straße von Hormus. Die Meerenge ist für den internationalen Öltransport von zentraler Bedeutung und gehört zu den wichtigsten Streitpunkten zwischen den USA und Iran. Eine politische Lösung ist derzeit nicht in Sicht: Die Gespräche kommen laut Bericht nicht voran, während Teheran Zugeständnisse fordert und US-Präsident Donald Trump den Druck auf die iranische Führung mit einem „Wirtschaftskrieg“ erhöhen will.
Unklare Lage bei den Durchfahrten
Wie viele Tanker und Frachter die Straße von Hormus derzeit tatsächlich passieren, bleibt unübersichtlich. Die iranische Revolutionsgarde erklärte ebenso wie die US-Regierung, die volle Kontrolle über die Route zu haben. Aus Teheran hieß es zudem, Schiffe dürften nur nach Abstimmung mit Iran durchfahren.
- UKMTO meldete zuletzt im Schnitt 29 Durchfahrten pro Tag in den vergangenen sieben Tagen.
- Datenanbieter wie Kpler berichteten dagegen von nur einstelligen täglichen Passagen.
- Zuletzt war erneut ein Öltanker in der Straße von Hormus getroffen worden.
Damit bleibt die Lage auf einer der wichtigsten Seerouten der Welt nicht nur gefährlich, sondern auch schwer einzuschätzen. Für Reedereien, Besatzungen und den globalen Handel ist das ein Problem, das sich weiter zuspitzt.
Quelle: Tagesschau