Tupac-Prozess vor dem Finale
Im Mordprozess um Tupac Shakur rückt in Las Vegas ein Buch des Angeklagten Duane „Keffe D“ Davis ins Zentrum. Die Anklage sieht darin ihren stärksten Beleg für seine Rolle bei der Tat von 1996.
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Im Mordprozess um Tupac Shakur steuert das Verfahren in Las Vegas auf eine entscheidende Phase zu. Fast 30 Jahre nach den tödlichen Schüssen hat Staatsanwalt Binu Palal den Geschworenen noch einmal die Linie der Anklage dargelegt: Aus Sicht der Staatsanwaltschaft war Tupacs Tod die Folge eines Racheakts im Umfeld rivalisierender Gangs.
Prügelei als Auslöser
Nach Darstellung der Anklage nahm alles am Abend des 7. September 1996 seinen Anfang. In Las Vegas sollen Tupac, Label-Chef Suge Knight und Männer aus dem Umfeld von Death Row Records Orlando „Baby Lane“ Anderson attackiert haben. Anderson war der Neffe des Angeklagten Duane „Keffe D“ Davis. Weil beide zur Gang South Side Compton Crips gehört hätten, sei die Demütigung laut Staatsanwaltschaft nicht unbeantwortet geblieben.
Palal wirft Davis vor, die Waffe für die spätere Tat besorgt zu haben. Für eine Verurteilung müsse die Jury dabei nicht entscheiden, ob Davis selbst geschossen habe. Ausschlaggebend sei vielmehr, ob er den Mord unterstützt und ermöglicht habe. Genau das versucht die Anklage zu belegen.
Buch und Interviews als Kern der Anklage
Besonders wichtig sind für die Staatsanwaltschaft Davis’ eigene Aussagen. In Interviews aus den Jahren 2008 und 2009 soll er Details zur Mordnacht geschildert haben, darunter die Position des Schützen im Cadillac und Angaben zu den Fahrspuren an der Kreuzung, an der die Schüsse fielen. Mehrere dieser Punkte seien laut Anklage durch andere Zeugen bestätigt worden.
- 2019 erschien Davis’ Buch „Compton Street Legend“
- Darin schildert er erneut Ereignisse rund um die Tatnacht
- Die Anklage sieht darin ihren stärksten Beleg gegen ihn
Vor den Geschworenen griff Palal diesen Punkt besonders scharf auf. Wenn die Erzählungen des Angeklagten, wie von der Verteidigung behauptet, frei erfunden seien, stelle sich die Frage, woher Davis so viele Details kennen konnte. Der Staatsanwalt argumentiert zudem, dass die Männer bereits bewaffnet gewesen seien, bevor sie Tupac auf der Straße entdeckten. Für ihn spricht das klar für Vorsatz. Sein Schlussappell an die Jury: Davis habe immer wieder selbst erklärt, für Tupacs Tod verantwortlich zu sein — nun müsse das Gericht daraus Konsequenzen ziehen.
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