Todeszahl steigt auf über 1000
Nach der Schlammlawine im Himalaya sind in Nepal und Tibet mehr als 1000 Menschen ums Leben gekommen. Allein in Nepal melden die Behörden 1007 Tote und fast 4600 Vermisste, die Suche läuft unter extrem schwierigen Bedingungen weiter.
Foto: NASA / Wikimedia Commons, Public domain
Sechs Tage nach der verheerenden Schlammlawine im Himalaya wächst das Ausmaß der Katastrophe weiter. Nach Angaben der Behörden liegt die Zahl der Todesopfer in Nepal und Tibet bei mehr als 1000. Die Polizei in Kathmandu meldet 1007 Tote und fast 4600 Vermisste allein in Nepal. Auf der tibetischen Seite hatte China zuvor 16 Todesopfer und knapp 550 Vermisste genannt.
Ausgelöst wurde die Sturzflut nach Einschätzung von Experten offenbar durch einen massiven Gletscherabbruch auf tibetischer Seite. Die Lawine aus Wasser, Schlamm, Eis und Geröll raste am Mittwoch durch das Grenzgebiet und zerstörte zahlreiche Dörfer. Nepals Premierminister Balendra Shah, erst seit sechs Monaten im Amt, erklärte, dass mehr als 11.000 Menschen gerettet worden seien.
Suche in Tunneln und Erdmassen
Tausende Helfer sind weiter im Einsatz und durchsuchen verschüttete Gebiete sowie Tunnelsysteme nach Überlebenden und Opfern. Die Bergung wird jedoch immer wieder durch schlechtes Wetter und die Gefahr neuer Sturzfluten behindert. In Betrawati im Distrikt Nuwakot, einer besonders schwer betroffenen Stadt, wurden in einem Gebäude 24 Leichen entdeckt, von denen viele noch nicht geborgen werden konnten.
Inzwischen erreichen Rettungsteams manche abgelegenen Orte nicht mehr nur per Hubschrauber, sondern auch auf dem Landweg. Das gesamte Ausmaß der Katastrophe ist aber weiterhin unklar. Besonders intensiv gesucht wird nach Hunderten vermissten Arbeitern, die in Tunneln zerstörter Wasserkraftanlagen vermutet werden.
Wasserkraftprojekte schwer getroffen
Nepal setzt seit Jahren stark auf Wasserkraft, um Stromknappheit zu bekämpfen und Elektrizität nach Indien zu exportieren. Laut dem Verband unabhängiger Stromerzeuger wurden
- zwölf Wasserkraftprojekte im Betrieb oder im Bau von der Flut getroffen
- zu fast 900 Beschäftigten besteht derzeit kein Kontakt
- Spezialisten aus Indien und China helfen beim Öffnen mehrerer Tunnel
Gleichzeitig warnen Hilfsorganisationen vor einer weiteren Krise. Save the Children berichtet von äußerst schlechten hygienischen Zuständen im Katastrophengebiet. Entlang der Straße von Kathmandu nach Trishuli Bazar lägen Leichensäcke, zudem erhöhten Verwesung, Müll und stehendes Wasser das Risiko für Krankheiten deutlich.
Quelle: DW Deutsch






