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Politik

Frankreich verbannt Handys

01. September 2026
Frankreich verbannt Handys

Zum Schulstart in Frankreich gilt das Handyverbot jetzt an allen Schulen auch in der Oberstufe. Viele Schulleitungen sehen die neue Regel kritisch, weil Umsetzung, Kontrolle und digitale Abläufe ungeklärt sind.

Foto: Pierre Blaché from Paris, France / Wikimedia Commons, CC0

Zum Start des neuen Schuljahres verschärft Frankreich seine Regeln an den Schulen: Ab sofort gilt das Handyverbot nicht mehr nur in der Grundschule und im Collège, sondern auch im Lycée, also in der Oberstufe. Damit sind nun alle Jahrgänge betroffen.

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Für viele Jugendliche kommt die Ausweitung überraschend. Der 15-jährige Gabriel Krafft, der in Paris gerade vom Collège aufs Lycée wechselt, hält die neue Vorgabe für zu streng. Aus seiner Sicht gibt es im französischen Schulsystem mit langen Tagen und vielen Prüfungen ohnehin schon genug Regeln. Gerade bei älteren Schülerinnen und Schülern sei das Verbot aus seiner Sicht schwer nachvollziehbar.

Schulen sehen sich kaum vorbereitet

Deutlich kritischer ist die Lage bei den Schulen selbst. Francois Resnais, Schulleiter eines Lycée in Paris und Vertreter einer Lehrergewerkschaft, sagt offen, dass man auf die neue Regel nicht vorbereitet sei. Vor Ort stellen sich ganz praktische Fragen: Sollen die Handys ausgeschaltet im Rucksack bleiben oder in verschließbare Fächer? Und wer bezahlt mögliche Spinde?

Hinzu kommt ein Widerspruch, den viele Lehrkräfte sehen: Seit Jahren werden schulische Abläufe digitalisiert, nun sollen die Geräte im Alltag gleichzeitig komplett verschwinden. Auch bei möglichen Sanktionen herrscht Unsicherheit. Resnais warnt davor, mit überzogenen Strafen oder lückenloser Kontrolle ein neues Bürokratieproblem zu schaffen.

Mehrheit dafür, Schüler zweifeln

Trotz der offenen Fragen unterstützt eine Mehrheit der erwachsenen Franzosen das flächendeckende Verbot. Unter Schülerinnen und Schülern gibt es dagegen auch Widerstand. Gabriel Krafft meint, wichtiger als Schließfächer für Handys wären mehr Investitionen in Personal und Ausstattung. Für ihn ist die neue Regel deshalb nicht das dringendste Problem an Frankreichs Schulen.

Quelle: Tagesschau

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