Steve Merson erklärt sein Geschäft
Der Schweizer Social-Media-Star Steve Merson erreicht mit TikTok und Instagram über eine Million Menschen. Im SRF-Gespräch erklärt er, wie seine Geschenkaktionen funktionieren, warum Sponsoren mitverdienen und was der Ruhm kostet.
Steve Merson ist in der Schweiz vor allem als Mann der großen Überraschungen bekannt: Geld, Roller, Pizza oder gemeinsame Erlebnisse für seine Community. Im Gespräch mit SRF hat der Influencer erklärt, wie aus kleinen Give-aways ein Geschäftsmodell wurde – und warum er sich auf Social Media ständig neu erfinden muss. Auf TikTok und Instagram erreicht er laut SRF insgesamt über eine Million Menschen, vor allem ein junges Publikum in der Deutschschweiz.
Vom Dönertester zum „Gschänkli-Typ“
Bekannt wurde Merson zunächst mit Döner-Content, später setzte er immer stärker auf Geschenk- und Hilfsaktionen. Nach eigenen Angaben fing alles mit Schokobananen und Pizza an. Der nächste Schritt war größer: Als er bemerkte, wie beliebt Roller bei Kids sind, verschenkte er kurzerhand einen. Das dazugehörige Video kam laut ihm auf rund 800'000 Views – ein Schub, der seine Rolle als Social-Media-Schenker weiter festigte.
Ganz uneigennützig sei das System allerdings nicht, macht Merson selbst deutlich. Sein Modell beschreibt er als Win-win-Prinzip: Er gibt Geld oder Produkte weiter, teils auch die eigene Gage, während die beteiligten Marken Sichtbarkeit bekommen. Dass seine Inhalte oft an Follower gekoppelt wirken, weist er nicht komplett von sich – zugleich sagt er, er habe auch schon mit Menschen ohne Social Media Videos umgesetzt und dabei Geschenke im Wert von bis zu 5000 Franken verteilt.
Reichweite bringt Druck
Zum Influencer-Alltag gehört für Merson inzwischen fast lückenlose Öffentlichkeit. Sein Team filme ihn ständig, Privatsphäre gebe es kaum noch. Das habe auch Folgen für sein Privatleben gehabt. Gleichzeitig sei genau diese permanente Sichtbarkeit Teil des Berufs. Besonders spürbar werde die Kehrseite, weil ihn inzwischen fast überall Menschen filmen und viele zu ihm aufschauten.
- Reichweite: über eine Million Menschen auf TikTok und Instagram
- Bekannt geworden: erst als Dönertester, später mit Geschenkaktionen
- Geschäftsmodell: Geschenke für Community, Reichweite für Sponsoren
Merson sagt, die Verantwortung gegenüber seinem jungen Publikum sei groß. Deshalb rate er Kindern und Jugendlichen nach eigener Aussage immer zuerst zu einer Ausbildung, bevor sie nur auf große Träume setzen. Zwischen Aufmerksamkeit, Erwartungsdruck und inszenierter Nähe zeigt das Interview vor allem eines: Hinter den viralen Geschenken steckt längst ein durchgeplantes Influencer-Business.
Quelle: SRF