Rekord bei Hitzetoten
In Österreich sind laut AGES im Juni und Juli 2026 insgesamt 646 Menschen hitzebedingt gestorben. Das ist der höchste Wert für diesen Zeitraum, während zugleich immer mehr Gesundheitseinrichtungen unter Hitzebelastung leiden.
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Die Hitze dieses Sommers hat in Österreich besonders schwere Folgen: Nach Berechnungen der AGES starben im Juni und Juli 646 Menschen hitzebedingt. Wie das Gesundheitsministerium mitteilte, ist das der höchste bisher erfasste Wert für diesen Zeitraum. Zum Vergleich: Der bisherige Höchststand lag Ende Juli 2024 bei 570 Fällen, im Vorjahr waren es 284.
Nach Einschätzung des Ministeriums zeigen die aktuellen Zahlen deutlich, wie stark anhaltend hohe Temperaturen die Gesundheit belasten. Dabei geht es nicht nur um einzelne Betroffene. Auch das Gesundheitssystem gerät zunehmend unter Druck, weil immer mehr Einrichtungen über viele Tage hinweg extremer Hitze ausgesetzt sind.
Immer mehr Einrichtungen betroffen
Eine neue Auswertung der Gesundheit Österreich GmbH hat erstmals österreichweit untersucht, welche Standorte besonders stark von Hitze betroffen sind. Im langjährigen Schnitt waren rund 20 Prozent der erfassten Einrichtungen hoch belastet. In diesem Sommer lagen die Werte bis Ende Juli aber deutlich darüber.
- Mehr als 70 Prozent der Krankenanstalten sowie Senioren- und Pflegeeinrichtungen hatten mindestens 20 Hitzetage.
- 80 Prozent der Primärversorgungseinheiten waren ebenfalls mit mindestens 20 Hitzetagen konfrontiert.
- Rund ein Viertel aller Einrichtungen erlebte bereits mindestens 30 Hitzetage.
Ministerium sieht dringenden Handlungsbedarf
Gesundheitsministerin Korinna Schumann sprach von einer komplexen Entwicklung. Entscheidend sei vor allem der Blick auf jene Orte, an denen besonders vulnerable Menschen versorgt und gepflegt werden. Die derzeitige Analyse solle zeigen, wo die größten Risiken liegen und wo gezielt Maßnahmen nötig sind. Dafür wurden die Standorte von Krankenanstalten, Senioren- und Pflegeeinrichtungen sowie Primärversorgungseinheiten mit Daten zur Hitzebelastung verknüpft.
Auch der ÖGB drängt angesichts des heißen Sommers und des Klimawandels auf zusätzliche Schutzmaßnahmen für Beschäftigte. Die Zahl der hitzeassoziierten Todesfälle basiert auf einem wissenschaftlichen Modell der AGES, weil Hitze in amtlichen Dokumenten nur selten direkt als Todesursache aufscheint. Wer Hilfe oder Beratung braucht, kann sich an das kostenlose Hitzetelefon unter 0800 880 800 oder bei akuten Beschwerden an die Gesundheitshotline 1450 wenden.
Quelle: ORF






