Neues Super-Teleskop gestartet
Die NASA hat das Weltraumteleskop „Nancy Grace Roman“ von Cape Canaveral aus ins All geschickt. Der neue Nachfolger von Hubble soll dunkle Materie erforschen, die Ausdehnung des Universums vermessen und Exoplaneten aufspüren.
Foto: NASA / Wikimedia Commons, Public domain
Die NASA hat ihr neues Observatorium „Nancy Grace Roman“ ins All gebracht. Das Weltraumteleskop hob mit einer „Falcon Heavy“-Rakete vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida ab und soll künftig von einem Beobachtungsplatz tief im All aus arbeiten. Seine Mission: mehr über dunkle Materie herausfinden, die Ausdehnungsgeschwindigkeit des Universums besser bestimmen und fremde Planeten aufspüren.
Nachfolger für den alten Hubble-Blick
Nach mehr als 35 Jahren im Einsatz gilt Hubble inzwischen als deutlich in die Jahre gekommen. Roman tritt nun als leistungsstärkeres Teleskop an. Für die Suche nach Exoplaneten ist ein neues Instrument an Bord, in dem auch Präzisionsbauteile aus Deutschland stecken. Besonders auffällig: Das Projekt wurde acht Monate früher als geplant fertig – und konnte deshalb auch vorzeitig starten.
Benannt ist das Teleskop nach der 2018 verstorbenen Astronomin Nancy Grace Roman. Sie leitete als erste Frau die Astronomieabteilung der NASA und war eine Schlüsselfigur hinter dem „Great Observatories“-Programm. Wegen ihrer Rolle bei der Planung von Hubble wird sie oft auch als „Mutter des Hubble-Weltraumteleskops“ bezeichnet.
Großes Sichtfeld, schnelle Reaktion
Auch seine Entstehungsgeschichte ist ungewöhnlich: Der Spiegel des Teleskops war ursprünglich für einen US-Spionagesatelliten vorgesehen, der nie fertiggebaut wurde. Später ging das Bauteil an das Roman-Team. Mit 2,4 Metern Durchmesser ist der Spiegel genauso groß wie der von Hubble – für die Astronomie ein echter Glücksfall.
- Untersucht die Verteilung dunkler Materie
- Liefert Daten zur Ausdehnung des Universums
- Sucht nach Planeten an fremden Sternen
Roman blickt mit einem besonders weiten Sichtfeld ins All: Eine Aufnahme erfasst fast eine Himmelsfläche von der Größe des Vollmonds. Gleichzeitig kann das Teleskop feinere Details zeigen und etwas tiefer schauen als das europäische Euklid-Teleskop. Und wenn am Himmel plötzlich etwas passiert – etwa eine Supernova – lässt sich Roman innerhalb weniger Minuten neu ausrichten. Bei Hubble dauert so ein Schwenk deutlich länger.
Quelle: Tagesschau






