Wirbel um G20-Pressebann
Vor dem G20-Treffen der Finanzminister in Asheville verweigerten die USA mehreren Journalisten die Akkreditierung. Kritik kommt vom DJV, der Bundesregierung und betroffenen Medien wie der New York Times und Bloomberg.
Foto: The New York Times Company / Wikimedia Commons, Public domain
Vor dem Treffen der G20-Finanzminister und Zentralbankchefs in Asheville gibt es heftige Kritik an der US-Regierung. Mehrere Reporter großer Medien bekamen keine Akkreditierung für die Beratungen in North Carolina. Betroffen waren unter anderem Journalistinnen und Journalisten der New York Times, des Wall Street Journal und der Nachrichtenagentur Bloomberg.
Kritik an verweigertem Zugang
Der Deutsche Journalisten-Verband sieht darin einen Angriff auf die Pressefreiheit. DJV-Chef Mika Beuster forderte Bundesfinanzminister und Vizekanzler Lars Klingbeil auf, das Thema bei dem Treffen nicht unbeachtet zu lassen. Aus Sicht des Verbands könnte ein solches Vorgehen künftig nicht nur US-Medien, sondern auch internationale Berichterstatter treffen.
Nach Angaben aus Delegationskreisen hat sich das Bundesfinanzministerium bereits bei der US-Regierung für betroffene Reporter eingesetzt. Im Fall des Berliner Korrespondenten Jim Tankersley von der New York Times führte das offenbar zum Erfolg: Seine zunächst abgelehnte Akkreditierung wurde später doch noch erteilt. Ein weiterer Reporter der Zeitung, Alan Rappeport, erhielt dagegen keine Zulassung.
Berlin protestiert, USA bleiben vage
Auch bei Bloomberg blieb die Intervention aus Deutschland ohne Erfolg. Aus der deutschen Delegation hieß es, man habe auf hoher diplomatischer Ebene versucht, eine Lösung zu erreichen. Dass ausgerechnet eine internationale Nachrichtenagentur ausgeschlossen werde, sei beispiellos und aus Sicht der Bundesregierung nicht akzeptabel. Vergeben werden die Akkreditierungen vom US-Finanzministerium.
- US-Finanzminister Scott Bessent wies politische Motive zurück.
- Eine konkrete Begründung für die Ablehnungen wurde nicht genannt.
- Das Ministerium erklärte, es würden trotzdem fast 300 Medienvertreter aus rund einem Dutzend Ländern erwartet.
Die betroffenen Medien reagierten scharf. Bloomberg sprach von einem Rückschlag für Medienfreiheit und öffentliche Kontrolle. Auch die New York Times wertete den verweigerten Zugang als weiteren Versuch der Regierung, unabhängigen Journalismus zu schwächen und sich kritischer Beobachtung zu entziehen.
Quelle: DW Deutsch






