Mutter feiert 50 Bühnenjahre
Geigerin Anne-Sophie Mutter feiert bei den Luzerner Festspielen ihr 50. Bühnenjubiläum. Zum Anlass präsentiert sie mit „ASM Forte Forward“ mehr als 30 Werke, viele eigens für sie geschrieben.
Foto: Wikimedia Commons / Quincena Musical, CC BY 2.0
Anne-Sophie Mutter blickt auf 50 Jahre auf der Bühne zurück – und verbindet dieses Jubiläum mit einem klaren künstlerischen Signal. Für ihr Projekt „ASM Forte Forward“ hat die Stargeigerin beim Label Alpha Classics mehr als 30 Werke eingespielt, die ihr gewidmet wurden oder in ihrem Auftrag entstanden. Das erste Album der Reihe trägt den Titel „East meets West“ und zeigt nicht nur ihre musikalische Bandbreite, sondern auch ihre Haltung.
Zu den Komponistinnen und Komponisten, die für Mutter geschrieben haben, gehören internationale Größen wie Krzysztof Penderecki, Sofia Gubaidulina, André Previn und Jörg Widmann. In jüngerer Zeit setzt die Violinistin verstärkt auf Stimmen von Frauen, darunter die iranisch-niederländische Komponistin Aftab Darvishi und die südkoreanische Komponistin Unsuk Chin.
Musik als Zeichen der Solidarität
Besonders wichtig ist Mutter derzeit das Solostück „Likoo“, das Aftab Darvishi 2024 für sie komponiert hat. Das Werk ist als Klage über Verlust angelegt und entstand vor dem Hintergrund der Repressionen im Iran. Mutter beschreibt das Stück als musikalisches Denkmal für Menschen, die für Freiheit, Empathie und Gleichberechtigung kämpfen. Gerade weil sich die Lage im Iran zuletzt weiter verschärft habe, wolle sie „Likoo“ fest in ihrem Repertoire behalten.
Auch ihre Bewunderung für die persische Kultur spricht sie offen an. Besonders bewegt zeigt sie sich von Komponistinnen, die weiterhin im Iran leben und arbeiten. Eine von ihnen ist Golfam Khayam, von der Mutter nach eigenen Angaben trotz schwieriger Umstände noch Nachrichten erhält.
Rückkehr an den Anfang
Das Jubiläumskonzert findet am 25. August bei den Luzerner Festspielen statt – also an dem Ort, an dem alles begann. Am 23. August 1976 stand die damals 13-Jährige bei einem Nachwuchskonzert in Luzern auf der Bühne. Dort wurde sie von Herbert von Karajan entdeckt, der sie schon ein Jahr später mit den Berliner Philharmonikern bei den Salzburger Pfingstfestspielen auftreten ließ.
- Bühnendebüt: 23. August 1976 in Luzern
- Jubiläumskonzert: 25. August bei den Luzerner Festspielen
- Projekt zum Jubiläum: „ASM Forte Forward“
Geprägt wurde Mutters Weg später auch vom Schweizer Dirigenten und Mäzen Paul Sacher. Ihm schreibt sie großen Einfluss auf ihr Interesse an zeitgenössischer Musik zu. Damit wird ihr Jubiläum nicht nur zum Rückblick auf eine Weltkarriere, sondern auch zu einem Bekenntnis: Neue Musik und gesellschaftliche Verantwortung gehören für Anne-Sophie Mutter untrennbar zusammen.
Quelle: DW Deutsch