Euroclassic tanzt Charleston
Das Festival Euroclassic startet am 5. September in Zweibrücken mit Jazz, Blues und Charleston statt Klassik. Im Mittelpunkt stehen die Goldenen Zwanziger – mit fast ausverkauftem Michael-Schulte-Konzert und mehreren Film- und Retro-Abenden.
Foto: rheinpfalz
Das Festival Euroclassic eröffnet am 5. September in Zweibrücken ungewohnt schwungvoll: Statt klassischer Töne gibt es zum Auftakt Jazz, Blues und Tanzmusik der 1920er. Passend zum Kultursommerthema „Goldene Zwanziger“ übernimmt das Original Prague Syncopated Orchestra die Bühne der Festhalle und nimmt das Publikum mit in die Klangwelt von Dixieland, New-Orleans-Jazz und Charleston.
Das Ensemble ist zwar hierzulande kaum bekannt, kann aber auf eine lange Geschichte verweisen: Seit 1974 widmet sich die Band der historisch orientierten Interpretation der Musik der Zwanzigerjahre und hat bereits mehr als 2500 Konzerte gespielt. Damit setzt Euroclassic 2024 klar auf populäre Unterhaltungsmusik statt auf ein reines Klassikprogramm.
Großer Andrang bei Michael Schulte
Besonders gefragt ist in Zweibrücken der Auftritt von Michael Schulte. Für das Konzert am 24. September um 19.30 Uhr in der Festhalle sind nur noch wenige Restkarten erhältlich. Der Singer-Songwriter kommt mit seinem Unplugged-Quartett. Weniger gut läuft der Vorverkauf bislang für das Hip-Hop-Duo Goldmeister, das am 10. Oktober in Zweibrücken gastiert und Swing- und Jazzelemente der Zwanziger mit modernem deutschem Hip-Hop verbindet.
- 5. September: Original Prague Syncopated Orchestra, Festhalle Zweibrücken
- 24. September: Michael Schulte, Festhalle Zweibrücken
- 10. Oktober: Goldmeister, Festhalle Zweibrücken
Stummfilm, Piaf und Comedian Harmonists
Auch darüber hinaus spannt das Festival einen weiten Bogen: Für das Konzert des Frauentrios Madame Piaf sind noch genügend Karten erhältlich. Ebenfalls auf dem Programm stehen mehrere Filmabende mit Live-Musik. Für den Stummfilmklassiker „Nosferatu“ am 9. Oktober in Zweibrücken wurde Stephan Graf von Bothmer engagiert; für diesen Abend sind bereits rund zwei Drittel der Tickets weg. Deutlich verhaltener ist die Nachfrage für das Stummfilmkonzert in Pirmasens mit Musik zu „Ein andalusischer Hund“ und „Broken Blossoms“, bei dem der Pianist Chang Soo Park improvisiert.
Zum Abschluss wird es noch einmal nostalgisch: Die Real Comedian Harmonists aus Berlin beenden das Festival am 25. Oktober in der Festhalle Zweibrücken. Für dieses Finale sind vor allem die Balkonplätze schon stark gefragt. Auch in Pirmasens gibt es weitere Konzerte, darunter die Retro-Show der Zucchini Sistaz, für die ebenfalls noch Tickets zu haben sind.
Quelle: rheinpfalz