„Everytime“ jagt den Oscar
Deutschland schickt den deutsch-österreichischen Film „Everytime“ von Sandra Wollner ins Rennen um den Oscar für den besten internationalen Film. Nach Erfolgen in Sarajevo und Cannes hofft das Drama nun auf die Shortlist im Dezember.
Foto: Wikimedia Commons / Harald Krichel, CC BY-SA 3.0
Deutschland hat seine Wahl für das Oscar-Rennen getroffen: Der deutsch-österreichische Film „Everytime“ von Regisseurin Sandra Wollner soll bei der 99. Oscar-Verleihung in der Kategorie bester internationaler Film antreten. Das teilte German Films, die Auslandsvertretung des deutschen Films, in München mit.
Für den Film läuft es damit weiter rund. Erst vergangene Woche wurde „Everytime“ beim Filmfestival in Sarajevo mit dem Hauptpreis ausgezeichnet, dem Herz von Sarajevo für den besten Spielfilm. Zuvor hatte das Drama bereits bei den Filmfestspielen in Cannes überzeugt und dort in der renommierten Reihe Un Certain Regard den Hauptpreis gewonnen.
Trauer, Erinnerungen und eine Reise
Wollners Film erzählt von einer Familie, die nach einem schweren Verlust wieder Halt sucht. Im Mittelpunkt stehen Ella und ihre jüngere Tochter Melli, die ein Jahr nach dem plötzlichen Tod der älteren Tochter Jessie ihren Alltag neu ordnen müssen. Alte Nachrichten, Videoaufnahmen und Erinnerungen holen die Vergangenheit immer wieder zurück. Eine Reise nach Teneriffa gemeinsam mit Jessies Freund Lux bringt zusätzlich verdrängte Gefühle an die Oberfläche.
„Everytime“ ist der dritte Spielfilm der 1983 in Leoben geborenen Regisseurin, die heute in Berlin lebt. Zuvor hatte sie bereits „Das unmögliche Bild“ und „The Trouble with Being Born“ realisiert. Vor der Kamera stehen in den Hauptrollen Birgit Minichmayr, Carla Hüttermann und Tristan Lopez.
So geht es im Oscar-Rennen weiter
- 15. Dezember: Veröffentlichung der Shortlist für den internationalen Film
- 21. Jänner: Bekanntgabe der fünf Nominierten
- 14. März 2027: Oscar-Verleihung in Los Angeles
Neu ist in dieser Kategorie außerdem, dass nicht mehr das einreichende Land als offizieller Nominierter gilt, sondern der Film selbst. Sollte „Everytime“ am Ende einen Oscar holen, würde Sandra Wollner die Trophäe stellvertretend für das gesamte kreative Team entgegennehmen.
Quelle: ORF