El Chapo-Film stürmt Netflix
Der mexikanische Netflix-Thriller über die Festnahme von Joaquín „El Chapo“ Guzmán ist direkt ein Welt-Hit. In nur drei Tagen kam „Facing El Chapo“ auf 18 Millionen Streams und wurde in 24 Ländern zur Nummer eins.
Foto: Wikimedia Commons / United States Department of Justice, Public domain
Netflix landet mit „Facing El Chapo“ den nächsten True-Crime-Erfolg. Der mexikanische Spielfilm, im Original „La Captura“, ist seit dem 21. August im Programm und legte laut Wochencharts einen Blitzstart hin: 18 Millionen Abrufe in nur drei Tagen.
Der rund 90 Minuten lange Thriller erzählt die Geschichte der Festnahme von Joaquín „El Chapo“ Guzmán im Jahr 2016. Im Mittelpunkt stehen zwei mexikanische Polizisten, die den berüchtigten Drogenboss eher zufällig stoppen. International funktioniert das Thema offenbar sofort: In 24 Ländern stand der Film in der Woche vom 17. bis 23. August auf Platz eins, in 90 Ländern schaffte er es in die Top Ten.
Wahrer Kriminalfall als Streaming-Hit
Regie führte Chava Cartas, das Drehbuch schrieb Bernardo Esquinca. Die Vorlage stammt aus einer Reportage des Journalisten Héctor de Mauleón. Im Film patrouilliert der Polizist Arturo Carmona mit seinem neuen Partner Héctor Rosales auf den Highways von Sinaloa. Bei einer Überstundenschicht stoppen sie ein gestohlenes Auto – und stoßen ausgerechnet auf „El Chapo“.
Der Film orientiert sich an der „Operation Black Swan“, die am 8. Januar 2016 in Los Mochis im mexikanischen Bundesstaat Sinaloa stattfand. Ziel der gemeinsamen Aktion von Mexiko und den USA war es, Guzmán erneut zu fassen, nachdem ihm 2015 die Flucht aus dem Gefängnis durch einen Tunnel gelungen war. Während des Zugriffs entkam er zunächst durch einen geheimen Ausgang hinter einem Kühlschrank und floh durch einen Abwasserkanal, bevor er Fahrzeuge kapern ließ.
Vom Kartellchef zum Lebenslänglichen
Joaquín Guzmán, heute 69 Jahre alt, galt jahrzehntelang als einer der mächtigsten Drogenhändler der Welt. Ihm wird zugeschrieben, tonnenweise Kokain und Heroin in die USA geschmuggelt und damit Milliarden verdient zu haben. Außerdem soll er für Tausende Morde verantwortlich sein.
- 2016: Festnahme in Mexiko
- 2019: Verurteilung in New York
- Strafe: lebenslange Haft plus 30 Jahre
Nach seiner Festnahme wurde Guzmán an die USA ausgeliefert. Eine Jury in New York sprach ihn im Juli 2019 in allen Anklagepunkten schuldig. Seitdem sitzt er in einem Hochsicherheitsgefängnis im US-Bundesstaat Colorado – während seine Geschichte jetzt als Netflix-Thriller weltweit Millionen fesselt.
Quelle: stimberg_zeitung_de