Agnes Obel verzaubert Bonn
Agnes Obel hat auf dem KunstRasen in Bonn mit dunkler Intensität und neuen, tanzbareren Songs überzeugt. Ausgerechnet ihr bekannter Titel „Familiar“ blieb bei dem Auftritt aber hinter den Erwartungen zurück.
Foto: ga_de
Agnes Obel hat den KunstRasen in Bonn in eine nächtliche Klangwelt verwandelt. Die dänische Sängerin überzeugte dort mit einer Atmosphäre, die von Melancholie, Ruhe und dichter Spannung lebte. Ihr Auftritt wurde damit vor allem zu einer Reise durch jene besondere Stimmung, für die sie seit Jahren geschätzt wird.
Zwischen Schwermut und Bewegung
Spannend war vor allem der Blick auf das aktuelle Material: Obels fünftes Album soll klanglich deutlich neue Wege gehen und sogar an Berliner Techno erinnern. Diese Entwicklung zeigte sich auch live, denn neben den bekannten getragenen Momenten hatten die neuen Stücke spürbar mehr Bewegung und einen tanzbareren Puls. Gerade dieser Kontrast zwischen feiner Zerbrechlichkeit und rhythmischer Schärfe machte den Abend reizvoll.
- Dänische Sängerin mit markant melancholischem Stil
- Auftritt auf dem KunstRasen in Bonn
- Neue Songs mit stärker tanzbarer Note
Nicht jeder Höhepunkt zündet
So stark viele Passagen des Konzerts wirkten, ganz ohne Bruch blieb der Abend nicht. Ausgerechnet „Familiar“, einer der bekanntesten Songs von Agnes Obel, konnte die hohen Erwartungen offenbar nicht ganz erfüllen. Gerade weil das Stück zu ihren populärsten Veröffentlichungen zählt, fiel dieser Moment besonders auf.
Am Gesamteindruck änderte das jedoch wenig. Der Abend zeigte eine Künstlerin, die ihre Handschrift bewahrt und sie zugleich erweitert. Zwischen elegischer Tiefe und neuer rhythmischer Offenheit behauptete Agnes Obel auf dem Bonner KunstRasen ihre Rolle als musikalische Herrscherin der Nacht.
Quelle: ga_de