Guerdat holt WM-Gold
Steve Guerdat ist neuer Weltmeister im Springreiten. Der Schweizer blieb bei der Reit-WM in Aachen auf Dynamix in allen fünf Runden ohne Fehler, die deutschen Medaillenhoffnungen rutschten dagegen noch ab.
Foto: Wikimedia Commons / Clément Bucco-Lechat, CC BY-SA 3.0
Steve Guerdat hat sich in Aachen zum neuen Weltmeister im Springreiten gekrönt. Der Schweizer setzte sich auf seiner Stute Dynamix mit einer bemerkenswert konstanten Serie durch: fünf Prüfungen, fünf Null-Fehler-Ritte. Damit fügte der Olympiasieger von 2012 und Europameister von 2023 seiner Karriere den nächsten großen Titel hinzu.
Vor dem entscheidenden letzten Umlauf lag Guerdat bereits vorn und ging als letzter Reiter in den Parcours. Sein Vorsprung war so komfortabel, dass sogar ein Abwurf den Titel nicht mehr ernsthaft gefährdet hätte. Doch dazu kam es nicht: Auch im Finale blieb der Schweizer makellos und machte den WM-Sieg damit souverän perfekt.
Deutsche Hoffnungen ohne Happy End
Aus deutscher Sicht war der Schlusstag dagegen eine Enttäuschung. Daniel Deußer war zunächst sogar punktgleich mit Guerdat in die Entscheidung gegangen. Doch wie auch Marcus Ehning und Sophie Hinners blieb er in der vorletzten Runde nicht ohne Fehler. Besonders bitter: Deußer hätte am Ende eine Medaille geholt, wenn ihm im letzten Durchgang kein Fehler ausgerechnet am letzten Hindernis unterlaufen wäre.
- Daniel Deußer: Rang 6
- Marcus Ehning: Rang 7
- Sophie Hinners: Rang 9
Die weiteren Einzel-Medaillen gingen an Thibeau Spits aus Belgien auf Impress sowie an Harry Charles aus Großbritannien auf Freda. Für das deutsche Team bleibt immerhin der große Erfolg vom Freitag: Gemeinsam mit Richard Vogel hatten Deußer, Ehning und Hinners bereits den Weltmeistertitel mit der Mannschaft gewonnen.
So funktioniert der WM-Modus
Der Titel im Springreiten wird über insgesamt fünf schwere Prüfungen vergeben. Den Auftakt bildet ein Zeitspringen, bei dem Abwürfe über Zeitstrafen eingerechnet werden. Anschließend nehmen die Reiter ihre Fehlerwerte in die nächsten Umläufe mit. Erst die besten 25 erreichen das vierte Springen, nur die Top 12 kommen ins alles entscheidende fünfte. Am Ende gewinnt, wer über alle Runden hinweg die wenigsten Fehlerpunkte gesammelt hat – ein Modus, der vor allem Konstanz belohnt. Genau die lieferte Guerdat in Aachen auf Weltklasse-Niveau.
Quelle: DW Deutsch