FIFA knickt vor UEFA ein
Die FIFA hat der UEFA laut Berichten schriftlich zugesichert, keine Anteile an FIFA-Turnieren an private Investoren zu verkaufen. Damit dürfte ein Boykott europäischer Teams bei FIFA-Wettbewerben vorerst abgewendet sein.
Foto: Wikimedia Commons / United Nations Office on Drugs and Crime, CC BY 2.0
Im Machtkampf zwischen FIFA und UEFA gibt es eine wichtige Wendung: Der Weltverband hat dem europäischen Fußballverband laut Medienberichten schriftlich zugesichert, dass weder jetzt noch künftig Anteile an FIFA-Turnieren an private Investoren verkauft werden. Damit dürfte ein von der UEFA angedrohter Boykott von FIFA-Wettbewerben vorerst verhindert sein.
Streit um Milliardenplan
Auslöser war ein Vorstoß von Gianni Infantino kurz nach der WM in den USA, Mexiko und Kanada. In einem Schreiben an die Mitgliedsverbände hatte der FIFA-Präsident vorgeschlagen, Rechte zu veräußern, um Milliardenerlöse zu erzielen. Geplant war demnach, kommerzielle Rechte teilweise in eine neue Gesellschaft auszulagern. Diese sollte Einnahmen aus TV-Rechten, Sponsoring, Ticketing und Events der Männer- und Frauen-Weltmeisterschaften verwalten.
- Betroffen wären kommerzielle Rechte an FIFA-Turnieren gewesen
- Als Investor war laut Bericht Thrive Capital vorgesehen
- Zustimmende Verbände sollten stärker von Zuschüssen profitieren
Der Plan sorgte für heftige Kritik. Die UEFA verlangte daraufhin eine klare schriftliche Garantie, dass ein solcher Schritt weder sofort noch später umgesetzt wird. Zunächst blieb diese Zusage aus. Laut dem britischen "Guardian" wurde sie nun aber in einem privaten Schreiben nachgereicht. Damit hat die FIFA dem Druck aus Europa nachgegeben.
Boykott wohl vom Tisch
Besonders brisant war der Zeitpunkt, weil schon bald das erste Turnier betroffen gewesen wäre: die U20-Frauen-WM in Polen, die am 5. September beginnt. Der polnische Verband erklärte gegenüber der Deutschen Welle, die Vorbereitungen liefen planmäßig, und es gebe derzeit keine Hinweise auf den Rückzug eines teilnehmenden Teams.
Ganz beendet ist der Konflikt aber nicht. Die UEFA hält weiterhin an ihrer Forderung nach Infantinos Rücktritt fest. Über das weitere Vorgehen wollen die 55 nationalen Verbandschefs und das Exekutivkomitee an diesem Donnerstag in Monaco beraten. UEFA-Präsident Aleksander Ceferin hatte bereits erklärt, Infantino müsse entweder selbst erkennen, dass ihm die Unterstützung fehle, oder sich bei einer Kandidatur im März 2027 auf einen Gegenkandidaten einstellen.
Quelle: DW Deutsch